Bericht vom Schloss-Open Werther 2026
Thomas und Peter spielten in der A-Gruppe mit
Ende März von Donnerstagabend bis Sonntagabend kämpften unsere Spieler der ersten Mannschaft Thomas Platz und Peter Scholz im traditionellen Turnier Schloss-Open in Werther in der höchsten Gruppe mit.
Dieses Jahr war das Turnier nicht ganz so gut besucht wie die Jahr zuvor - das parallele Münster Oster Open sowie auch im April das grenke Chess Open zogen vermutlich doch einige Spieler ab. So fehlten IM oder GMs und es ergab sich ein Teilnehmerfeld von 28 Spielern aus ganz Deutschland sowie Niederlande, Ukraine sowie sogar Japan!
Das Turnier wurde nach 7 Runden etwas überraschend vom Japaner Kan Nakahara mit 5,5/7 vor Pascal Brunke (Bünde) und Oliver Kniest (Solingen) gewonnen.
Aus Oelde kämpften Thomas und Peter gut mit, agierten im Endeffekt nicht immer ideal und kamen auf 3/7 (Thomas) sowie 3,5/7 (Peter).
Das Turnier ist auf jeden Fall zu empfehlen, man trifft alte Bekannte aus der Region und mit den B, C, und D-Gruppen sowie dem Kinder- und Jugend-Open ist für jeden etwas dabei.
Hier ein Bericht von Werther mit einigen Fotos Abschlußtabelle
Das Turnier war für Thomas und mich durchaus anstrengend, hat aber Spaß gemacht und auf jeden Fall eine Empfehlung. Die Zeit ging schnell rum, letztendlich waren wir mit der täglichen Anreise von morgens 9 bis bis Abends 0 Uhr unterwegs.
Thomas und ich fanden dennoch Zeit zum Besuch der Gastronomie in Werther und schafften es beide, uns die Stimmung durch nicht immer ideale Rundenverläufe nicht vermiesen zu lassen.
Es war eine gute Zeit in Werther. Die Stimmung unter den Turnierteilnehmern der Gruppe war sehr gut, die Organisation wie gewohnt klasse, diesmal sogar mit Liveübertragung auf Lichess.
Vielleicht finden nächstes Jahr ja noch mehr Oelder den Weg nach Werther, durch die verschiedenen Gruppen ist für jede Spielstärke etwas dabei!
Turnierbericht von Thomas Platz
Runde 1: Niederlage mit Weiß gegen DWZ 2258
Verdiente Niederlage. Nach ordentlichen Verlauf durch einen dicken Bock auf die Verluststraße geraten gab mir der Gegner die Chance die Partie zu retten, was ich mit einem weiteren fatalen Einsteller ablehnte.
Runde 2: Niederlage mit Schwarz gegen DWZ 1944
Aus der Eröffnung heraus mit großen Problemen hatte ich auch hier die Chance noch mal zurückzukommen, aber war nicht in der Lage die Chance zu finden, es wäre auch nicht verdient gewesen. Mit zwei Niederlagen zum Auftakt war nun doch etwas Druck da.
Runde 3: Sieg mit Schwarz gegen DWZ 1923
Pünktlich zum Rundenbeginn war Lust und Laune wieder hergestellt. Ein kompromissloser Kampf, nachdem ich den Vorteil verspielt hatte alles riskiert und den Sieg erzwungen, aber das hätte durchaus auch die dritte Niederlage sein können. Glück gehabt und zurück im Turnier.
Runde 4: Remis mit Weiß gegen DWZ 1919
Ein ausgekämpftes Remis der ruhigeren Sorte, bei dem eher ich leichte Probleme hatte. Mein junger Gegner hat in dem Turnier über 50 DWZ zugelegt, sicher kein schlechtes Ergebnis.
Runde 5: Remis mit Schwarz gegen DWZ 2023
Früh aus der Theorie gelang mir die Eröffnung sehr gut und ich konnte das Ruder übernehmen. Leider mit einer falschen Entscheidung den greifbaren Sieg verschenkt und aller Kampfgeist nutzte nichts mehr, der Gegner hat von da an alles gut wegverteidigt.
Runde 6: Remis mit Weiß gegen DWZ 2070
Noch mal ein junger Gegner, der sich im Bemühen das Remis zu vermeiden selbst noch in Schwierigkeiten brachte. Auch hier habe ich nichts aus den Gewinnchancen gemacht, aber zumindest war es hier auch nicht so einfach. Gerechtes Remis.
Runde 7: Remis mit Schwarz gegen DWZ 2090
Leider Schwarz in der letzten Runde. Und das gegen einen starken Gegner. Ich bin ganz ehrlich, als der dann andeutete einem schnellen Remis nicht abgeneigt zu sein war ich schnell bereit dafür.
8 DWZ und 21 ELO verloren, jede Menge Spaß nette Leute kennengelernt und viel Spaß gehabt, nicht zuletzt weil wir zu zweit dabei waren, das war grade in den ersten Runden der Garant, das die Laune gehalten hat. Der Sieg in Runde 3 war gefühlt schon wichtig, nach drei Niederlagen wäre es vermutlich schon hart gewesen, das noch lustig zu finden, aber andererseits gehören auch sowas ja irgendwie dazu.
| Rd. | Br. | Snr | Name | Elo | EloN | Land | Verein/Ort | Pkt. | Erg. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 4 | 4 | Bentel, Robin | 2259 | 2259 | GER | SF Lieme e. V. | 4,5 |
| |||
| 2 | 13 | 25 | Bennemann, Ingmar | 1944 | 1944 | GER | SG Osnabrück | 3,5 |
| |||
| 3 | 12 | 26 | Eggenstein, Frank | 1934 | 1923 | GER | Schachverein Erkenschwick 1923 e | 2,5 |
| |||
| 4 | 11 | 24 | Zenker, Felix | 1948 | 1919 | GER | SV Dresden-Striesen e.V. | 4 |
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| 5 | 11 | 22 | Schaller, Torsten,Dr. | 2023 | 2023 | GER | Schachverein Welper 1922 e. V. | 3 |
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| 6 | 11 | 21 | Grön, Benjamin | 2070 | 2070 | GER | SF Korbach | 3,5 |
| |||
| 7 | 9 | 16 | Linde, Wolfgang | 2096 | 2096 | GER | Schachverein Welper 1922 e. V. | 3 |
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Turnierbericht von Peter Scholz
Nach langer Zeit mal wieder eine Teilnahme im inzwischen etablierten Turnier Schloß-Open in Werther. 7 Runden in 3,5 Tagen verspricht ein hartes Programm gegen turniererfahrene starke Gegner.
Runde 1 (26.3.) – Scholz (Weiß) gegen WCM Lilian Schirmbeck | Sieg 1-0
Lily Schirmbeck ist trotz ihrer erst 2035 FIDE-Elo alles andere als eine einfache Gegnerin. Die Halleserin gewann ihren WCM-Titel bereits als Zehnjährige durch einen Medaillengewinn bei der Europameisterschaft U10, war 2024 bei der FIDE-Kadetten-WM in Albanien am Start, und verbessert sich rasant – von 1790 Elo (Frühjahr 2024) auf über 2000 ist eine beeindruckende Entwicklung in nur zwei Jahren. Ihre Turnier-DWZ liegt bereits um 1994. Auch beim Teutopokal blitzt sie stark mit…
Lily spielte im Alapin eine Gambitvariante, in der ich aber die korrekten Züge spielte und mit einem kleinen Vorteil ins Mittelspiel ging. Der Wendepunkt kam in der Mittelspielphase, als ich ihr aktives Spiel am Königsflügel etwas zu passiv abwehrte und Lily Gegenspielchancen hatte. Sie verpasste jedoch die beste Antwort gleich zweimal – begünstigt durch zunehmende Zeitnot. Damit konnte ich dann in deutlichen Vorteil kommen und das Endspiel sauber und sicher zum Sieg ummünzen.
Runde 2 (27.3.) – FM Oliver Kniest (Weiß) gegen Scholz | Remis ½-½
FM Oliver Kniest vom traditionsreichen SK Solingen ist ein erfahrener Turnierspieler (Jahrgang 1975), dessen aktuelles Rating in den letzten beiden Jahren gesunken ist, aber immer noch eher in Richtung 2250 einzuschätzen ist. Er hat über viele Jahre konstant auf FM-Niveau gespielt.
Eine ausgeglichene Partie ohne nennenswerte Ausschläge. Beide Seiten spielten solide und recht fehlerfrei. In der kritischen Phase des Mittelspiels hatten sowohl Kniest als auch ich jeweils einen Moment, in dem schärferes Spiel möglich gewesen wäre – wir beide zogen jedoch die sicherere Option vor. Das Endspiel wies für mich keinen Vorteil auf und nach Stellungswiederholung endete die Partie remis.
Runde 3 (27.3.) – Scholz (Weiß) vs. Fabian Schaller | Remis ½-½
Fabian Schaller vom SV Welper 1922 spielte mit seinem Vater zusammen in der A-Gruppe und war mit über 20 Leuten aus dem Vereiner SV Welper in Werther vertreten!
In der Eröffnung war Fabian früh "raus" und ich hatte mit Turm für Läufer und Bauern klaren Vorteil. Ich spielte lange Zeit sauber, aber die Verwertung des Vorteils von mehr als +2 war alles andere als einfach. Die letzten 15 Züge spielte mein Gegner auf Inkrement, aber leider zäh und korrekt. Im entscheidenen Moment schätzte ich die Stellung falsch ein und mein Gegner hatte ausreichend Gegenspiel, so dass die Partie leider nur Remis endete.
Dies war sicher ein Punkt, den man in so einem Turnier machen muss. Aber natürlich gehört auch die Anerkennung an den Gegner, der gut gekämpft und sich den halben Punkt somit auch verdient gesichert hat.
Runde 4 (28.3.) – CM Bram Van der Velden (Weiß) vs. Scholz | Remis ½-½
Mit 2 aus drei Punkten noch positiv gestimmt, ging es am dritten Tag weiter gegen CM Bram Van der Velden aus den Niederlanden.
Auch hier war mehr drin. Die Eröffnung verlief für mich erfolgreich und ich erzielte Mehrbauer und Vorteil. Eine Serie gegenseitiger Ungenauigkeiten im Mittelspiel verwässerte diesen Vorteil jedoch erheblich. Im Endspiel war ich zunächst völig von der Rolle und hatte die Partie schon abgeschrieben. Durch eine Ungenauigkeit im Turmendspiel konnte ich jedoch mit präzisem Spiel überraschend das Remis sichern.
Damit war es eine zweispältige Runde. Erneut hatte ich ausreichend klaren Vorteil, den ich zum Sieg hätte umwandeln müssen. Aber da ich dann auch gut hätte verlieren können, war das Ende mit dann zuletzt gutem Spiel und Remis wieder versöhnlich.
Dennoch gegen starke Gegner der 2150 Gewichtsklasse muss man aus solchen Vorteilen mehr als zwei Remis holen!
Runde 5 (28.3.) – Scholz (Weiß) vs. Georg von Zimmermann | Remis ½-½
Georg von Zimmermann vom SK 1933 Bad Neustadt an der Saale hatte sich alleine auf dem Weg nach Werther gemacht und spielte bisher ein solides Turnier.
Auch hier verlief die Eröffnung für mich gut, beim Übergang ins Mittelspiel spielte ich allerdings etwas ungenau und übersah beim Gewinnversuch ein Manöver von Schwarz. Dadurch lag die Initiative beim Gegner, die Stellung konnte ich aber ausgeglichen halten und wir einigten uns auf ein gerechtes Remis.
Runde 6 (29.3.) – Jouke Algra (Weiß) vs. Scholz | Niederlage 0-1
Nach einem bisher durchaus positiven Turnierverlauf mit Partien, die ich gegen starke Gegner immer aktiv und ohne Nachteil spielen konnte, kam nun die kalte Dusche. Jouke Algra aus den Niederlanden (2093 FIDE) spielte die letzten Jahre nicht mehr aktiv, hatte aber mal wieder Lust zu spielen und war aber mit seinen Söhnen aus Holland angereist.
Auch hier stand ich nach der Eröffnungsphase gut und hatte mit Schwarz laut Stockfisch minimalen Vorteil, allerdings habe ich hier während der Partie Probleme gehabt, die Stellung richtig einzuschätzen. Leider hatte ich dann einen Blackout und spielte ein strategisch (und auch taktisch) wirklich, wirklich schlimmen Zug, der mich eine Figur oder die "Stellung" mit Mattangriff kostete.
Im Angriff übersah mein Gegner das forcierte Matt und ich schöpfte wieder ein wenig Hoffnung mit einem Bauern weniger noch kämpfen zu können, doch er spielte es dann sauber aus und ich “gab” ihm dann das verdiente Matt.
So schnell kann es gehen: Nach zwei passten Chancen und wieder bei 50%.
Runde 7 (29.3.) – Ingmar Bennemann (Weiß) vs. Scholz (Schwarz) | Remis ½-½
In der letzten Runde bekam ich mit Ingmar Bennemann von der SG Osnabrück einen scheinbar machbaren Gegner mit ELO unter 2000 (vor ein paar Jahren aber noch knapp 2100 ELO), aber er zeigte im Turnier seine Stärke, gewann in der 2. Runde gegen Thomas und auch gegen Lily sowie gegen Fabian Schaller, meinen Gegner aus Runde 3.
Diesmal war ich zum ersten Mal früh aus der Eröffnung, mein Gegner spielte eine kritische, aber eher seltene Variante schnell und sicher. Daher wählte ich nicht die objektiv stärkste Fortsetzung, sondern wich früh ab, was sich als richtig herausstellte. Ich konnte die Partie in für mich eher gewohnte Wolga-Strukturen überführen. Dazu brauchte ich aber viel Zeit, übersah dabei auch noch eine relativ einfache Lösung für meine Entwicklung. Dennoch verlief die weitere Partie zu meinen Gunsten (zumindest fühlte ich es sich für mich während der Partie so an), auch wenn der Computer leichten Vorteil für Weiß sieht. Er übersah dann die stärkste Fortsetzung und konnte dann nicht mehr als eine Zugwiederholung forcieren. Damit in der letzten Runde noch eine anstrengende umkämpfte Partie, bei der ich mit dem Remis dann doch recht zufrieden war.
3,5 Punkte aus 7 ergibt dann ein durchschnittliches Ergebnis. Die teilweise schwächeren Ratingzahlen der Gegner dürfen hier nicht täuschen. Das Turnier zeigte, dass fast jeder jeden schlagen konnte und einige Gegner - vermutlich in der Coronazeit - einige Wertungspunkte zuletzt verloren haben. So kam selbst der starke und erfahrende Alexander Hilverda aus ehemals Gütersloh auf nur 3 Punkte. Ich landete dann auf dem 12 Platz, spielte aber 6 Runden lang immer an Brett 4 oder 5 und meine Gegner hatten bis auf Lily am Ende auch alle 3,5 oder mehr Punkte.
Aufgrund meiner aktuellen doch etwas zu hohen ELO (2181) kostete mich das Turnier einige Ratingpunkte, dies habe ich mir aber selbst mit der Niederlage und den vergebenen Chancen in Runde 3 und 4 selbst eingebrockt.
Etwas schade war der schlechte Turnierverlauf für meine Auftaktgegnerin Lily. Nachdem Sie in Runde 2 aussetzen musste (Schule!) kam sie überhaupt nicht ins Turnier und konnte gegen die durchweg erfahrenen Gegner nicht ihr bestes Spiel zeigen. Aber ich bin sicher, dass wir noch einiges von ihr hören werden. So spielte ich ja auch vor Jahren mit dem damals 16-jährigen Matthias Blühbaum gemeinsam in Werther…
| Rd. | Br. | Snr | Name | Elo | EloN | Land | Verein/Ort | Pkt. | Erg. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 5 | 19 | WCM | Schirmbeck, Lilian | 2035 | 1956 | GER | Schachklub Halle 1946 e. V. | 1,5 |
| ||
| 2 | 5 | 12 | FM | Kniest, Oliver | 2122 | 2093 | GER | Schachgesellschaft Solingen e. V | 5 |
| ||
| 3 | 5 | 9 | Schaller, Fabian | 2158 | 2136 | GER | Schachverein Welper 1922 e. V. | 3,5 |
| |||
| 4 | 4 | 10 | CM | Van der Velden, Bram | 2150 | 0 | NED | 4 |
| |||
| 5 | 5 | 14 | von Zimmermann, Georg | 2120 | 2120 | GER | SK 1933 Bad Neustadt | 3,5 |
| |||
| 6 | 4 | 15 | Algra, Jouke | 2093 | 0 | NED | 4 |
| ||||
| 7 | 7 | 25 | Bennemann, Ingmar | 1944 | 1944 | GER | SG Osnabrück | 3,5 |
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Meine Rettung nach Ta6?? in Runde 4:
Der Zug zur Niederlage in Runde 6: