Verbands-Einzelmeisterschaft OWL 2026

Thomas Platz punktgleich Zweiter

Dieses Jahr fand die Einzelmeisterschaft des Verbands OWL in Lemgo statt. Als Bezirksmeister hatte sich aus unserem Verein Thomas Platz dafür qualifiziert und kämpfte um den Titel.
 

Bericht von Thomas Platz

In diesem Jahr hat sich leider kein Verein bereit erklärt, das Turnier auszurichten. Dankenswerter Weise hat der Verband dies dann selbst übernommen, wofür man nur dankbar sein kann.
Dementsprechend ist das nicht als Kritik am Veranstalter gemeint, aber ich glaube, es ist fair zu sagen, dass es keine Werbung für das Event war. 
Veranstaltet in einer Grundschulküche mit unbequemen Stühlen und nur einen Tisch im Flur, der als Analyseraum herhalten musste. Die Verpflegung bestand aus Kaffee und Kaltgetränken….

Ich war hinter Dominik Plassmann (GÜtersloh) an 2 gesetzt und hatte natürlich Hoffnung, um den Titel mitzuspielen. Das verstärkte sich noch, als Dominik wegen einer schlimmen Erkältung das Turnier an Tag 2 abbrechen musste.

Doch nach einem glatten Auftaktsieg in Runde 1 mit den schwarzen Steinen gegen DWZ 1636 folgte schon in Runde 2 die kalte Dusche. 
Mit den weißen Steinen gegen DWZ 1903 zunächst den Gegner in den positionellen Schwitzkasten genommen, aber dann dem Schwarzen zu viel Gegenspiel eingeräumt, was dieser dann gekonnt verwertet hat. 

Runde 3 brachte dann ein wirklich undankbares Los. Meine Gegnerin (die Damen spielten zusammen mit dem offenen Turnier) hatte DWZ 1221, aber in der ersten Runde einen Gegner mit DWZ 1880 zerlegt.  
Ihr gelangen stolze 2,5 Punkte bei einer Leistung von 1850! Sie spielte auch gegen mich wirklich ordentlich, aber der Sieg war dann doch ungefährdet. 
Nur half mir der Punkt natürlich nicht, den angerichteten Schaden an meiner DWZ-Zahl wieder gut zu machen. 

Am finalen Tag konnten nur noch zwei Siege helfen...

In Runde 4 setzte der Spitzenreiter mit 3/3 wegen anderer Termine aus, wodurch das Feld wieder aufschließen konnte. Mit den weißen Steinen ging es heute gegen den Freund meiner Gegnerin von gestern, DWZ 1832.
Mir gelang eine wirklich dominante Partie vom Start weg. Im Mittelspiel habe ich den Vorteil kurz verspielt, konnte aber direkt wieder anknüpfen und hochverdient gewinnen. 

Die letzte Runde bot mir nun die Chance das Turnier zu retten und vielleicht sogar zu gewinnen. Drei Spieler waren punktgleich vorn.
Das Los meinte es ganz gut mit mir, Schwarz gegen DWZ 1880 und mein Gegner hatte bis dahin kein sehr gutes Turnier gespielt. Ich war hochmotiviert und bereit alles zu riskieren. 
Bei erster Gelegenheit gleich einen Bauern ins Geschäft gesteckt und die Stellung verkompliziert. Tatsächlich gelang es mir gute Kompensation zu bekommen, aber im weiteren Verlauf ist mir die Sache etwas entglitten und auf einmal erschien ein Remis doch sehr erstrebenswert. 
Doch dann hat mein Gegner eine Taktik übersehen und eine Qualität verloren. Die Engine zeigt, dass es noch einen Rettungsweg gab, aber der war kompliziert und wir haben es beide auch in der Analyse nicht gesehen.

Mit 4/5 war ich damit doch noch im Soll, um ein Haar wäre es sogar der Turniersieg gewesen.

Der ging aber an Leander Jakubek (1929) vom Schachverein Königsspringer Lemgo e.V. - wir waren punktgleich, Buchholz war ebenfalls identisch und so gewann er mit einem halben Punkt nach Sonneborn Berger Wertung. Glückwunsch!


Hat es Spaß gemacht? Ich werde mich morgen erstmal für das Gütersloher Sparkassen Turnier anmelden und denke noch über das Turmopen Lippstadt nach. 🙂
Würde ich wieder teilnehmen? Ich bin nicht sicher. Es gibt auch keine Qualifikationsplätze zur NRW Meisterschaft, was ich erst nach der ersten Runde erfahren habe (und der Turniersieger erst bei der Siegerehrung).
Im Vergleich zu “Open” ist das Turniererlebnis als solches nicht konkurrenzfähig, aber es kostet ja auch kein Startgeld. Wenn es vor der Haustür ist, würde ich es - denke ich - erneut machen, aber nicht nochmal bis Lemgo dafür fahren.