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06.09.10 +++ Schachbiografie Adalbert Wulf zum 75. Geburtstag

Schachbiografie zum 75. Geburtstag von Adalbert Wulf

Der eifrigste Turnierspieler unseres Vereins feierte am 2.7.2010 seinen 75. Geburtstag. Dieses Ereignis war Anlass, Adalbert zu besuchen und bei der Gelegenheit einiges aus seiner Lebens- , aber auch Schachgeschichte zu erfahren.


Adalbert stammt aus Ostpreußen. Er war 9 ½ Jahre alt, als er auf der Flucht vor den Russen im Hause eines Malers in Caputh, etwa 10 km südlich von Potsdam gelegen, von dem „alten Herrn“ das Schachspielen erklärt bekam. – An dieser Stelle sei angemerkt, dass Adalbert mir in groben Zügen von seinen schlimmen Erlebnissen während der Flucht erzählte und erwähnte, dass er diese Erlebnisse auch niedergeschrieben habe. Spontan habe ich ihn gefragt, ob er diesen Bericht eventuell für die Homepage des Schachvereins zur Verfügung stellen würde. Seine Antwort: Grundsätzlich ja, aber ob das auch andere interessieren würde! –

Doch zurück zum Schach. Es geschah zunächst nichts, aber der Grundstein zu seiner späteren Schachkarriere war gelegt.


Die Halbfamilie mit Mutter, einem Bruder und einer Schwester musste den Russeneinmarsch über sich ergehen lassen und flüchtete im Herbst 1945 in die Britische Besatzungszone, weil dort sich in Wadersloh der Vater und eine weitere Schwester Dank der in Berlin lebenden Verwandten wiedergefunden hatten. Besonderes Glück in solchen Zeiten, dass auch der älteste Bruder nach vier Jahren aus russischer Gefangenschaft zurückkam.


Von Wadersloh ging es 1947 in eine Internat für Ostvertriebene nach Recklinghausen, wo Adalbert oft beim Schachspiel zweier älterer Schüler zuschaute, selber aber nicht spielte. Mit einem der beiden Spieler, ebenfalls einem Ostpreuße, ist er heute befreundet, da sie vor 10 Jahren bei einem Turnier durch Zufall beim Erzählen feststellten, dass sich ihre Wege bereits 1947 im Internat gekreuzt hatten.


Als 1948 in Wadersloh das Bischöfliche Gymnasium eröffnet wurde, wechselte Adalbert dort hin und fuhr täglich zusammen mit seinem Jugendfreund Heinz-Bernhard Schrage 6 km mit dem Rad zur Schule. Schrage dürfte vielen im Verein als Mitglied des Wadersloher Schachvereins, aber auch von Adalberts Lobpreisungen als Computerfachmann bekannt sein.


1951 wurde das Gymnasium auf die Loburg in Ostbevern verlegt, da der im Dritten Reich enteignete Franziskanerorden selber im Johanneum ein Gymnasium einrichten wollte. Auf der Loburg wurde dann mit dem Banknachbarn auf einem kleinen Steckspiel Schach gespielt.


1953 zog die Karawane weiter nach Münster, weil in Ostbevern zu der Zeit noch kein Abitur erlangt werden konnte. Man wohnte in Münster im Bischöflichen Kollegium Ludgerianum und ging zum altsprachlichen Gymnasium Paulinum, der ältesten Lateinschule Deutschlands.


Adalbert wollte eigentlich schon damals nicht mit, weil: Priester werden, nein danke! Und auf dem Paulinum wehte ein andere Wind als auf der Loburg. Jedoch der Freiplatz im Internat war ein kaum zu widerlegendes Argument. Aber nach anderthalb Jahren kam ihm das Schicksal in Gestalt einer langwierigen Erkrankung zur Hilfe, denn als es nach der Gesundung vom Vater hieß: „Was nun Adalbert? Wenn du willst, kannst du bei der Amtsverwaltung eine Stelle bekommen.“ Da war die Antwort ´nein´, ich möchte Abitur machen, aber nicht mehr ins Internat zurück. Und so kam es, dass er 1958 in Beckum Abitur machte.


Während der Beckumer Jahre erfuhr Adalbert durch die Zeitung von unserem Schachverein, setzte sich mit dem in Verbindung, wurde von dem Gründungsmitglied Lehrer Westarp unter die Lupe genommen, indem er gegen Walter Beerheide spielen musste. Die Folge war, das Westarp Adalbert in einem Rechenheft selber geschriebene Bauernendspiele schickte, die er im Heft lösen musste und dann zurückschickte. Eine Investition, die sich auszahlen sollte, da Adalbert nach seinem Studium in Münster 1963 als Lehrer nach Oelde versetzt wurde. In Münster hatte er sich bereits SK Münster 32 angeschlossen, bewunderte dort die starken Spieler Karl-Heinz Bachmann, den späteren Dr. Lenze und Rieke. Und als er auf Anhieb die Stadtmeisterschaft in der C.- Klasse gewann, war klar, dass er nun in Oelde auch in den Verein gehen würde.


Drei Mannschaften gab es damals, in der Bundesklasse ( damals höchste Spielklasse ), Bezirksklasse und Kreisklasse. Adalbert spielte im ersten Jahr in der 2. Mannschaft, einmal sogar in der Ersten, die am Ende der Saison auseinanderbrach, weil die Gebrüder Latko, Teske, Christoph Krumm und ein Spieler aus dem Sauerland weggingen, übrig blieben Walter Beerheide, Heinz Schumacher und Otto Zawadzinski sen..Ab der Saison 64/65 spielte Adalbert in der 1. Mannschaft, überwiegend an den Brettern 3 – 5, ein Jahr sogar an 1 ( bewusst „schiefe“ Aufstellung, die aber auch nichts half ).


Die Boomzeit für den Schachverein lag in der Mitte der 70iger Jahre mit 7 Mannschaften und einem Jugendteam. Viele Dinge kamen zusammen: Zawadzinski und Forner bemühten sich in Ennigerloh intensiv um Jugendliche, in Oelde Adalbert und Kaplan Gediga ( St, Joseph ) sowie, trotz seiner Berufes als Direktor der Anzag-Niederlassung in Oelde, Heinz Schumacher. Da musste doch etwas draus werden, Einige heute gestandene Männer unseres Vereins kamen auf diese Weise zum Schachspielen, eine ganze Reihe wanderte bereits direkt nach dem Abitur oder aus beruflichen Gründen ab.


In diese Zeit fiel auch die Ausrichtung der Verbandsmeisterschaft 1975 im Bahnhofshotel (heute Elbracht/Sparkassenkomplex): Beerheide erhielt den Vereinsplatz, Adalbert und Heinz Schmacher waren „Mädchen für alles“ ersterer den ganzen Tag (Ferien), aber Schumacher kaum viel weniger (!).


Lange Jahre galt: Einen Posten übernimmt er nicht, aber die Arbeit dafür ja. So war Adalbert lange Jahre „Vereinsspielleiter“, “Jugendtrainer“ und „Pressewart“. Bei letzterer Arbeit kam es mit dem zuständigen Lokalredakteur (Johantawager) zu folgender Vereinbarung: Du lieferst bis Montag einen zweispaltigen Bericht, z. T. mit Bild, und ich sorge dafür, dass er bis Donnerstag erscheint, und das am besten wöchentlich. Sicher half bei allem mit, dass der damalige Bürgermeister Raestrup ein ausgesprochener Schachfan war, der, Walter Beerheide sei Dank, bei der Simulantvorstellung 1975 gegen Hort remis spielte und es sich auch nicht nehmen ließ, zu erscheinen, als der Verein im Rahmen der OWL-Meisterschaft einen Vergleichskampf zwischen dem Deutschen Meister Solingen und einer OWL-Auswahl organisierte.


Vereinsmeisterschaften mit 16 bis 18 Spielern jeder gegen jeden durchzuziehen, das war kein Problem: Adalberts Idee 10 – 20 DM Reuegeld einzuziehen, das nur der zurückerhielt, der das Turnier ordnungsgemäß zu Ende gespielt hatte.


Bis zu seinem 70igsten Lebensjahr nahm Adalbert fast regelmäßig an den verschiedenen Vereinsmeisterschaften teil, kam anfangs häufig gleich hinter Beerheide ins Ziel, selbst in den 90iger Jahren sprangen noch zweite und dritte Plätze heraus, aber Vereinsmeister wurde er nie!


Es gab „beinahe“ eine Ausnahme, im Jahr 1974. Beerheide verlor sensationell in einem Dreierstichkampf, Adalbert gewann den anderen Kampf unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eigentlich, uneigentlich kam es schließlich zu einer Wiederholung. Erst zum 70igsten Geburtstag klärte Adalbert auf, warum er damals nicht gewonnen hat. Der Verein verlieh ihm daraufhin einen großen Pokal mit der Aufschrift „Vereinsmeister 1974 ehrenhalber“.


Von 1991 – 1995 wurde der Jubilar dann doch noch Vereinsvorsitzender. Ein Jahr zuvor hatte er praktisch im Alleingang die OWL-Jugendmeisterschaften im Hotel Hartmann in Lette durchgeführt, auch die zahlreichen Anzeigen geordert und sogar den zweitem Mann im Sportamt der Stadt Oelde beschwatzt, das selbstgestaltete Heft in der Stadtverwaltung drucken zu lassen.


Der erhielt nach Erscheinen des Heftes einen Rüffel, weil wegen der vielen Anzeigen eine kostenlose Herstellung den Verwaltungsrichtlinien der Stadt widersprachen.


Zum Abschluss seiner vierjährigen Zeit als Vorsitzender richtete der Verein (sprich Forner, Wulf und Eduard Jürgenschellert ) noch einmal die Verbandsmeisterschaft, diesmal in Ennigerloh im Hotel Hubertus aus, 11 Runden in 7 Tagen, dazu Verbandstag und Verbandsblitzmeisterschaft in der Realschule Ennigerloh. Die Festschrift war Dank Franz Forner ausgesprochen gelungen, so dass häufiger nach wie, wer, wieviel gefragt wurde: Franz das Layout, Hans Pollmann (indirekt) die Kosten, da nur die Herstellung berechnet wurde, Inhalt z. T. Franz und Adalbert.


Nach vier Jahren war, wie beim Amtantritt bereits gesagt Schluss, weil unbedingt ein langfristiger Vorsitzender her musste. Das gelang zunächst nicht so ganz.


Nach der Pensionierung am 31.1.1999 konnte mehr Zeit für das Schachspielen genutzt werden. Und so werden jetzt pro Jahr 5-6 Turniere in Deutschland bzw. im nahen Ausland gespielt, und seit 2001 ist Frau Christel auch mit von der Partie, die früher viel Verständnis für das zeitaufwendige Hobby des Mannes aufbrachte. Jetzt kann er viel wieder gutmachen, sei es beim Tauchen überall in der Welt, oder beim Skilauf im Winter in den Alpen.


Die beiden haben zwei Kinder. Tochter Dagmar lebt in Südfrankreich und Sohn Patrick ist Schulleiter in Bad Zwischenahn. Sechs Enkel machen den beiden viel Freude, zuletzt in den Sommerferien drei Wochen lang die beiden „Franzosen“, die gar nicht mehr weg wollten.


Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Frau Christel, wahrscheinlich durch die viele Abwesenheit in den „wilden siebziger Schachjahren“ etwas frustriert, einen Club der Schachgeschädigten Frauen gründete. Und die gehörten ( bezeichnender Weise ? ) dazu: Marga Schumacher, Therese Beerheide, Erika Weischer, Annegret Forner, Elisabeth Zellerhoff, Ortrud Pollmann, Uschi Jung, Friederike Krumm, Karin Dymek und Christel Wulf. Marga Schumacher war, hoch betagt, bis zum Schluss dabei, Therese Beerheide lebt heute bei ihrem Sohn in Solingen und die anderen treffen sich heute nicht mehr jeden Monat sondern etwa sechsmal im Jahr.


Fazit: Der Schachverein hat Adalbert viel zu verdanken, ohne ihn hätte der eine oder andere Spieler gar nicht erst zum Verein gefunden, ohne ihn wäre der Verein um viele Ereignisse ärmer, ohne ihn fehlte dem Verein eine besondere Persönlichkeit. Adalbert, daher erwarten wir, dass du dich noch nicht zu sehr zurückziehst.



Oelde, im September 2010


Heinz Gottwald


 

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